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Neuer Abnehmtrend? So funktioniert ein Magenband

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Mit einem Magenband konnte Kelly Osbourne fast 40 Kilo abspecken.

Dr. Heinz-Wilhelm Esser im Interview

Überschüssige Pfunde loszuwerden, stellt viele Menschen vor eine große Herausforderung. Zeigen Diäten und regelmäßige Sporteinheiten nicht den gewünschten Effekt, führt das häufig zu Frustrationen. Davon können auch Promis wie Kelly Osbourne (35) oder "Bauer sucht Frau"-Star Iris Abel (52) ein Lied singen. Große Abnehmerfolge erzielten die beiden Frauen dieses Jahr mit einer anderen Methode: Sie haben sich ein Magenband einsetzen lassen. Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser ist Facharzt für Innere Medizin, im Interview mit der Nachrichtenagentur klärt der Autor von "Das große Gesundheitsbuch - Innere Medizin" über das chirurgische Verfahren auf.

Wie funktioniert ein Magenband?

Dr. med. Heinz-Wilhelm Esser: Das Magenband gehört wie der Magenbypass und der Schlauchmagen zu den chirurgischen Verfahren bei stark übergewichtigen Patienten, die auf konservative Art und Weise nicht abnehmen. Das Magenband wird um den oberen Teil des Magens gelegt und schränkt damit die Öffnung zum Restmagen ein. Das Band besteht aus einem Silikonschlauch, der über einen Port - eine Art Kammer, die unter die Haut gesetzt wird - von außen mit Kochsalzlösung befüllt werden kann. Je nach Füllung kann so die Enge des Magenbandes beeinflusst werden.

Inwieweit hilft das Magenband beim Abnehmen?

Esser: Durch das Magenband kommt es zu einem schnellen Sättigungsgefühl aufgrund der eingeschränkten Füllungskapazität des Magens. Feste Nahrung muss langsam und gründlich zerkaut werden, was wiederum dazu führt, dass man schneller satt ist. Bei optimaler Umsetzung kann ein Patient im ersten Jahr bis zu 40 Prozent seines Übergewichtes verlieren. Allerdings kann man die Funktion des Magenbandes und damit den Erfolg durch süße Getränke wie beispielsweise Limonaden und Alkohol "sabotieren".

Was sind die gesundheitlichen Voraussetzungen für ein Magenband?

Esser: Die Voraussetzung für ein Magenband ist schweres Übergewicht oder Übergewicht mit zusätzlichen dadurch verursachten Gesundheitsschäden. Wichtig ist auch, dass alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten, also Behandlungsmöglichkeiten, die keine Operation benötigen, zur Gewichtsreduktion ausgeschöpft sind.

Wie hoch sind die Kosten für den Eingriff?

Esser: Die Kosten werden im Regelfall von den Krankenkassen übernommen, wenn eine medizinische Notwendigkeit ausreichend nachgewiesen wurde und wenn mehrere ärztlich kontrollierte Abnehmversuche gescheitert sind.

Welche gesundheitlichen Risiken bringt der Eingriff mit sich?

Esser: Auch wenn es sich bei der Magenband-Operation um ein minimalinvasives Verfahren handelt, ist es eben doch eine Operation mit Narkose und damit verbundenen Risiken. Nach der Operation kann es zu Wundheilungsstörungen oder Infektionen kommen, teilweise ist der Silikonschlauch betroffen, der dann wieder entfernt werden muss. Zu große Nahrungsbrocken können den Mageneingang verschließen, was ebenfalls zu einer Operation führen kann.

Wie lange kann ein Magenband im Körper bleiben?

Esser: Nach heutigem Kenntnisstand kann ein Magenband lebenslang im Körper verbleiben.

Welche Magenoperationen gibt es noch, die beim Abnehmen unterstützen?

Esser: Etablierte Verfahren sind unter anderem der Magenbypass oder der Schlauchmagen. Bei einer Magenbypassoperation wird ein großer Teil des Magens abgetrennt und ein Teil des Dünndarms an den verbliebenen Restmagen angesetzt. Dadurch können nicht mehr alle Nahrungsbestandteile zerlegt und resorbiert werden und gehen über den Dickdarm ab.

Der Schlauchmagen entsteht durch eine operative Verkleinerung des Magenvolumens. So kann nur noch wenig Nahrung aufgenommen werden und es kommt zu einer raschen Sättigung. Der Nachteil dieser Operation besteht in der Nichtumkehrbarkeit. Zudem muss der Patient ein Leben lang sehr diszipliniert essen, da durch zu viel Nahrung der Magen wieder geweitet werden kann.

Was halten Sie persönlich von Magenoperationen dieser Art?

Esser: Magenoperationen können einen Segen für Patienten mit starkem Übergewicht darstellen. Viele operierte Patienten berichten über eine neue Lebensqualität. Es ersetzt allerdings nicht die konservativen Versuche der Gewichtsregulierung. Nur wenn all diese Maßnahmen nicht gefruchtet haben, ist eine Operation mit den dazu gehörigen Risiken und nachfolgenden Lifestyle-Änderungen zu befürworten. Sport und eine ausgewogene Ernährung ohne Softdrinks und Süßigkeiten sind weiterhin Grundvoraussetzungen für einen dauerhaften Erfolg.

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